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D - DOMESTIKATION
 

Die Domestizierung ist ein Prozess über hunderte, wenn nicht tausende von Jahren und bedeutet, dass ein Wildtier durch Isolierung und Gewöhnung häuslich gemacht wird. Ein einzelnes Tier wird dabei von den wilden Tieren seiner Art über Generationen hinweg isoliert gehalten und dadurch von seiner natürlichen Umgebung ent- und gleichzeitig an den Menschen gewöhnt.

Das Ganze ist aber kein zufälliger Prozess, sondern vom Menschen gewollt und gesteuert. Er wählt sich ein Tier aus, welches den von ihm geforderten Eigenschaften am ehesten entspricht und seiner ihm später angedachten Rolle als Nutz- oder Heimtier am besten gerecht werden kann. Dabei verändern sich die genetischen Eigenschaften des ursprünglichen Wildtieres, da die natürliche Entwicklung durch die Zuchtkriterien und die Umgebung des Menschen ersetzt werden.




Wie schon unter dem Stichwort Rangordnung erklärt, gilt der heutige Haushund als domestizierter Wolf. Die wichtigsten Domestikationsmerkmale bezogen auf Wolf + Hund sind die folgenden:


 
Verstärkung der Eigenschaften, die für den Menschen nützlich sind (z. B. Beschützer- und Territorialinstinkt)
Änderung der Fellfarbe mit vielfältigen und zum Teil auffälligen Farbvarianten
Verlust bzw. Änderung von Verhaltensweisen (z. B. reduzierte oder gesteigerte Aggressivität)
Reduzierung des Flucht- und Verteidigungsverhaltens
Abnahme der Gehirnmasse um 20 – 30 %, besonders in den für die Verarbeitung der Sinneseindrücke zuständigen Gehirnarealen. Das heißt nicht, dass unsere Hunde weniger intelligent sind als der Wolf, sondern darauf vorbereitet, in der lauten Umwelt des Menschen nicht wahnsinnig zu werden, weil eben die Sinne des Hundes die Eindrücke weniger intensiv verarbeiten als es bei einem Wolf der Fall wäre.
Höhere Fortpflanzungsrate (eine Wolfshündin wird nur einmal im Jahr zur passenden Jahreszeit läufig, Hündinnen dagegen meist zweimal im Jahr)



 

Hundeforscher waren bislang aufgrund von Knochenfunden überzeugt, dass die Zähmung und Domestizierung des Wolfes vor ca. 15.000 Jahren stattgefunden hat. Es gibt aber neuere genetische Studien, die amerikanische Evolutionsbiologen zu der Erkenntnis brachten, dass der Ur-Hund schon vor ca. 135.000 Jahren geboren wurde. Allerdings geht man bei dieser Version auch von mehreren voneinander unabhängigen Domestikationen aus, die schließlich zu unserem heutigen Haushund geführt haben.




 


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