|
|
|
 |
 |
 |
 |
LUNA |
 |
|
|
Luna – Eine ganz besondere Geschichte !!!
Mit Gisela von der Finca Lucendum war ich erstmalig zu Besuch im spanischen Tierheim namens APADAC. Eine offizielle Protectora, die von sehr engagierten spanischen Tierschützerinnen geführt wird, die aber aufgrund der schlechten finanziellen Lage nur bedingt gewährleisten können, dass die Gegebenheiten und hygienischen Zustände so sind, wie man es sich für die Tiere wünschen würde.
Wir waren dort, um uns einige Notfälle anzusehen, die Gisela und Ralf auf der Finca Lucendum wieder aufpeppeln und in neue Familien vermitteln wollten. Und da sah ich SIE, meine LUNA zum ersten Mal.
Am Ende einer lauten, kalten und undichten Halle lag Sie im Zwinger, zusammen mit einem anderen wesentlich kleineren Hund.
|
|
|
|
|
Sie lag auf dem Boden und konnte scheinbar den Kopf nicht heben, geschweigedenn aufstehen. Sie war Haut und Knochen, an diversen Körperstellen fehlt ihr Fell, sie war übersäht mit Wunden und es schien als wenn jemand sie farblich markiert hätte. Ich weiß nicht warum, aber mein auf sie gerichteter Blick zog mich in einen Bann und ich musste den Zwinger betreten, um ihr näher zu kommen.
Aber noch immer fand sie nicht die Kraft, den Kopf zu heben, lag auf der Seite und schaute mich lediglich mit großen Augen an. Und diese Augen sagten: Ich kann nicht mehr, bitte erlöst mich !!!
Nachdem ich mich von ihrem Blick und diesem scheinbar schon fast leblosen Körper losreissen konnte, trafen sich Giselas und mein Blick und ohne Worte fühlten wir die Traurigkeit der Anderen und mussten die Halle schliesslich zitternd und hilflos verlassen.
Man kann sich nur schwer vorstellen, welch traurige Gedanken sich nach einem solchen - emotional sehr anstregenden – Besuch in einem spanischen Tierheim einfach nicht abschalten lassen. Ich jedenfalls war sicher, dass sie die nächsten Tage nicht mehr schaffen würde.
Mein erster Besuch bei APADAC und ich hätte schon fast aufgegeben, Gisela und Ralf bei ihrem Herzensprojekt zu unterstützen, weil ich es mir emotional und mental einfach nicht zugetraut habe.
|
|
|
|
|
Doch ein paar Tage später berichtete Gisela mir, dass sie wieder bei APADAC war und Luna während der Zwingerreinigung alle Kraft zusammen genommen hat, um an die frische Luft zu gehen. Sie muss wohl ihre allerletzten Kräfte eingesetzt haben, kletterte in Giselas Jeep und wartete auf dem Beifahrersitz und flehte Gisela an, sie mitzunehmen. Ganz als wenn sie damit sagen wollte: Das wäre die Lösung und nur so hätte ich eine Chance weiterzuleben.
Sie musste sich noch ein paar Tage gedulden und dann war es endlich soweit: Luna durfte auf die Finca umziehen. Die ersten Bilder erreichten mich noch am gleichen Tag und ich war so glücklich, dass Luna noch lebte, die Eingliederung in dem Rudel der Finca gut geklappt hat und sie nun zumindest eine Chance bekommen würde, zu leben.
Schon wenige Tage später besuchte ich sie auf ihrer Rettungsstation, der Finca Lucendum. Ich war freudig überrascht, denn nachdem Gisela und Ralf sie mehrere Stunden gewaschen und gebürstet hatten, die Wunden täglich mehrmals versorgt wurden, konnte man erahnen, dass sie einmal eine wunderschöne Hündin war.
Aber entscheidend war, dass man in ihren Augen – wenn auch immer noch voller Schmerz und Traurigkeit – erkennen konnte, dass sie bereit war zu kämpfen. Zu kämpfen um zu leben.
|
|
|
|
|
Schon nach ein paar Wochen konnte sie richtig laufen und sie liess vermuten, welch´ eine Schönheit sie werden würde. Ihre körperliche Genesung ging gut voran, obwohl sie zwischendurch noch sterilisiert wurde und auch ein Knoten wegoperiert wurde. Aber ihre Seele brauchte noch länger, um sich zu erholen.
Während der nächsten Wochen und Monate wurde der Bann zwischen Luna und mir immer stärker. Sobald ich auf der Finca war, konnte ich meine Augen nicht von ihr lassen, und wir haben die Kuschelzeiten sehr genossen. Manchmal lag Luna noch stundenlang an der Stelle, wo ich sie zuletzt gestreichelt habe.
Sie war unendlich dankbar für jede Aufmerksamkeit und dankbar dafür, dass Ralf und Gisela ihr die Chance zu einem neuen Leben gegeben haben. Sie fühlte sich sichtlich wohl auf der Finca, beschützte die kleineren, ängstlicheren Hunde und passte auf die Welpen auf. Sie war so glücklich und Gisela und Ralf beschlossen, dass Luna bleiben darf. Schließlich ist es immer ihr Anliegen, die Hunde glücklich zu machen und in der Zeit schien Luna sehr glücklich zu sein.
|
|
|
|
|
Immer wieder machte sie Fortschritte und gerade ihr psychischer Zustand verbesserte sich enorm. Aus Luna wurde mit der Zeit eine charakterstarke Hündin, die weiß, was sie will. Doch diese positive Weiterentwicklung und ihre zunehmende Charakterstärke lies uns schon bald erkennen, dass sie nicht mehr glücklich schien. Sie hatte den Anspruch an eine eigene Familie und daher entschlossen sich Gisela und Ralf, sie in die Vermittlung zu geben, jedoch mit dem Unterschied, dass eventuelle Interessenten Luna auf der Finca besuchen müssen, um sicherzugehen, dass es auf beiden Seiten Sypmathie auf Anhieb ist.
Und dann folgte Schlag: Der Knoten, den man ihr vor Monaten wegoperiert hatte, ist sehr schnell wiederkommen und schien größer als zuvor. Es war kurz vor Weihnachten als der Tierarzt sagte, dass er das Schlimmste vermutet und Luna wurde gleich operiert. Wir alle hatten schlaflose Nächte und das Gefühl, dass aus Stunden Tage werden und aus Tagen Wochen.. Dann endlich kam das Biopsie-Ergebnis und die Entwarnung, dass es kein Krebs war, sondern nur ein Fettgeschwür, dass sich erneut gebildet hatte.
|
|
|
|
|
Sie erholte sich schnell wieder und war auch schon nach wenigen Tagen wieder fit. Am Jahresanfang stellte Luna dann immer mehr Forderungen und ich fuhr manchmal zur Finca, um einfach nur mit ihr ein wenig zu spielen. Sie liebte es, wenn wir auf ein eingezäuntes Nachbargrundstück gingen und sie mich ganz für sich alleine hatte. Einmal ohne die vielen anderen Hunde um sie rum, die sie hin und wieder wegknurren musste, weil sie sich wie eine Traube um sie herum stellten. Manchmal spielten wir ausgiebig, manchmal kuschelten wir innig, manchmal trainierten wir und manchmal standen wir auch einfach nur so da und genossen unsere Zweisamkeit.
Bei einer so großen und kräftigen Hündin, die Luna mittlerweile ist, war ich oft aus der Puste und hatte auch hin und wieder blaue Flecken am Unterarm. Da ich wusste, dass schon bald Interessenten für sie kommen, versuchte ich sie, an ein Spielzeug zu gewöhnen. Aber bis zum letzten Tag fand sie diese Alternative nicht so toll, wie den Arm oder das Ende vom Shirt. Viel besser lief das Training für den Grundgehorsam, und obwohl sie ein Hüte- und Herdenschutzhund ist, die gerne eigensinnig handeln, tat sie für ein gutes Leckerchen fast alles.
|
|
|
|
|
Im letzten Wochenende im Februar war es dann soweit, die Interessenten haben den langen Weg aus der Schweiz auf sich genommen, um sich Luna vor Ort zu besuchen. Luna war vom ersten Moment an sehr anhänglich und schon am Nachmittag des ersten Tages kam sie gleich auf ihre neue potentielle Mama zugelaufen. Nach langen Gesprächen mit der zukünftigen Familie, die uns viele wertvolle Informationen über das Zusammenleben mit ihren mittlerweile verstorbenen Hunden gab und nun eine neue Spielgefährtin für ihren verbliebenen Rüden suchten, hatten wir das Gefühl, dass Luna dort einen sehr, sehr guten Platz finden würde. Auch Luna schien begeistert zu sein, denn sie genoss die Aufmerksamkeit und auch das Spiel mit ihrer neuen Mama sehr und ich freute mich, dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten.
Am Abend der Entscheidung hätte ich mich nun von Luna verabschieden sollen, aber ich konnte es nicht. Ich brauchte einfach noch eine Nacht für mich und so fuhr ich am nächsten Tag nochmal hin, um mich dann entgültig von ihr zu verabschieden. Sie schien zu spüren, dass wir uns so schnell nicht wiedersehen würden, denn obwohl sie den Trubel der anderen Hunde um sich herum nicht mochte, stellte sie sich in den Mittelpunkt, um an mich heranzukommen, drückte mich auf einen Stuhl und legte sich auf meine Füsse. Ein wunderschöner und sehr gefühlvoller Moment, den ich sehr zu schätzen weiß. Und dank der neuen Mami gibt es von unserem Abschied ein paar sehr schöne Fotos.
|
|
|
|
|
Luna, wir wünschen Dir ein wundervolles Leben in der Schweiz mit Deiner neuen Familie und hoffen, Du bekommst das Leben, was Du Dir immer erträumt hast.
Ich werde Dich nie vergessen... und die Erinnerungen für immer in meinem Herzen tragen !!!
|
|
|
|
|
|
_____________________________________________________________________________
|
|