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Unser Pflegewelpe Knöpfchen

Knöpfchen mit Kuscheltier 

Das kleiiiine Knöpfchen – nach einer wahren Begebenheit

Was war passiert? An einem Freitag nachmittag war ich einkaufen, alles was man so braucht fürs Wochenende. Als ich nach Hause zurück kam, war meine Frau bereits da, und hatte einen kleinen 3 Wochen alten Welpen bei sich, der bei meiner Ankunft in unserem Garten schon die ersten Spielversuche unternahm. Ich hatte mit Welpen keinerlei Erfahrung, da meine Frau unsere beiden alten Schäferhundedamen bereits mit in die Ehe eingebracht hat. Wir sind seit 2006 – für mich in zweiter Ehe – verheiratet.

Meine Frau setzt sich hier an der Costa Blanca sehr für den Tierschutz ein, und hat auch zwischenzeitlich ihre Ausbildung zum Hundetrainer gemacht. Wenn Sie die Webseite mal ein bisschen durchstöbern, können Sie sich da gerne ein wenig einlesen.

Zurück zu dem Tag, an dem dieser kleine Hund in unser Leben trat.

Er – genau genommen war es eine SIE – spielte im Garten als ich vom einkaufen kam, und meine Frau schaute mich ein wenig verlegen an, als sie mir den Hund präsentierte. Eigentlich hatten wir uns geschworen nie einen Pflegehund mit nach Hause zu nehmen, zumal unsere 2 alten Schäferhund-Omis, dann noch mit so was Kleinem und Wuseligem, nichts anzufangen wüssten.

Aber ich komme schon wieder zu weit vom eigentlichen Thema ab. Also, ich kam nach Hause und sah dann diesen kleinen Jack Russel Terrier Mix von 3 Wochen in unserem Garten rumhopsen, und damit fing alles an.

Am Anfang hatte ich nichts gegen diesen Hund, aber auch nichts dafür – er war eben da, und das war ok. Am Anfang hiess es, sie würde nur für ein paar Tage bleiben bis sie etwas kräftiger sei, und würde dann zurück gehen, auf die Finca Lucendum, ein sehr engagiertes Tier-Asyl mit freiwilligen Helfern. Sie könnte dort aber im Moment nicht bleiben, da sie sich unter den anderen größeren und schon viel älteren Welpen so arg verloren fühlte. Zudem wäre der Hund bereits nach Deutschland vermittelt.

So kam das kleine Knöpfchen (so wurde sie bereits von den interessierten Adoptanten in Deutschland getauft) zu uns.

Die erste Nacht mit Knöpfchen im Haus war kaum zu ertragen. Wir hatten ihr einen schönen Platz in der Küche hergerichtet und ein bisschen hundegerecht gestaltet, mit Kuscheltier und ein Spielzeug, einem kleinen Wassernapf und ein schööööööööööönes weiches Kissen, wo man hätte wunderbar drauf schlafen und träumen können. Sie hat aber nicht geschlafen, sondern – kaum zu glauben, was aus damals 500 Gramm Hund an Lautstärke rauskommen kann – sie hat gebrüllt, und abgesehen von ein paar Minuten Erschöpfungspause, durchgehend die ganze Nacht. Ich war bedient. Wer mir meinen Schlaf rauben will, ist mein Feind.

Der süsse Blick 

Am nächsten Morgen bin ich dann trotzdem relativ früh aufgestanden, und habe nach der Kleinen geguckt. Und ich glaube, das war der Moment, wo es um mich geschehen war. Ich kam aus dem Schlafzimmer, eine Kurve links, eine Kurve rechts und dann stand ich in der Küche und das kleine Knöpfchen guckte mich mit ihren wirklich schönen und „knöpfigen“ Augen an, und ich konnte einfach nicht mehr sauer sein über die verlorene Nachtruhe. Da sass sie nun vor mir, ich einen Meter fünfundachtzig, und Sie vielleicht 15 cm gross – und schaute mich an.

Ich weiß nicht was es war, vielleicht so ne Art Vatergefühl. Ich bzw. wir haben keine Kinder, daher kann ich das schlecht mit einem anderen Gefühl vergleichen. Ich weiß nur, sie guckte mich an, und ich musste sie einfach lieb haben und ihr helfen den besten Hundelebensstart der Welt zu bekommen. Ich nahm sie auf meinen Arm, und ging mit ihr in den Garten, setzte mich und sie kuschelte sich in meinen Arm, und blieb da liegen, bestimmt 2 Stunden. Ab und zu guckte sie mal hoch zu mir.

Zu meinen Stärken gehört nicht unbedingt Geduld, ich war sehr überrascht über mich selbst, so lange ruhig mit dem kleinen Knöpfchen in meinem Arm sitzen geblieben zu sein, ohne mich zu rühren. Ich wollte sie ja nicht aufwecken, auch wenn mir meine Beine schon eingeschlafen waren und weh taten. Ich habe mich nicht gerührt. Ich wollte nur, dass dieser kleine Hund ruhig und selig in meinem Arm schlafen kann.

Zu Knöpfchens Herkunft können wir nicht viel sagen. Das Einzige, was wir wissen ist, dass sie zusammen mit ihrem Bruder in einer Mülltonne gefunden wurde. So kam sie zu der spanischen Protectora A.P.A.D.A.C. und von dort zur Finca Lucendum.

Zurück zu dem besagten Morgen nach der schlaflosen Nacht. Ich saß nun im Garten mit dem kleinen Knöpfchen im Arm, und ich fühlte mich gut dabei, mein Herz ging auf, ich fühlte mich einfach gut und ausgeglichen, irgendwie glücklich!

Knöpfchen und ihr Bruder 

Eine traurige Sache muss ich aber noch berichten. Meine Frau Anja brachte am Tag nach Knöpfchens Ankunft bei uns auch ihren Bruder mit nach Hause. Die Idee war, das Knöpfchen vielleicht ruhiger und weniger nervös – und nachtlaut - sein würde, wenn sie ihren Bruder hier hätte. Die Rechnung ging auch grundsätzlich auf, allerdings ist der Bruder nach nur wenigen Tagen an der Welpenkrankheit PARVO gestorben. Auch ein Erlebnis, dass für mich sehr prägend, einmalig und traurig gewesen ist, da er in meinem Arm in der Tierklinik, wo wir noch alles versucht haben seinen geschwächten Körper wieder auf die Beine zu kriegen, gestorben ist.

Knöpfchen: Spielend die Welt erkunden... 

Die Zeit verging und das Knöpfchen ist uns immer mehr ans Herz gewachsen. Es waren sehr besondere und schöne Erfahrungen und Erlebnisse, die diese Zeit geprägt haben. Für mich - absolut welpenunerfahren und nie eigene Kinder gehabt – war es unglaublich faszinierend diesen kleinen Hund heranwachsen zu sehen, auch wenn sich das ganze nur in einer Zeitspanne von ca. 9 Wochen ereignet hatte. Zu sehen wie das Knöpfchen wächst, immer mehr hundetypische Verhaltensweisen auftraten, das erste Schwanzwedeln, das erste Bellen, das Spielen und zerren an ihrem Spielhandtuch, die Lernfähigkeit, die Dominanzspielchen mit unseren alten Schäferhunddamen, und so viel mehr!! Tolle Erlebnisse und tolle Gefühle prägten diese Zeit.

Wir wussten natürlich, dass dieses Glück nur ein Glück auf Zeit gewesen ist, denn das Knöpfchen gehörte nicht uns, wir waren nur die Pflegeeltern auf Zeit. Gespaltene Gefühle kamen, und die Gewissheit rückte mit jedem Tag näher, das diese schöne Zeit bald ein Ende haben wird. Und wir wussten, wir mussten sie gehen lassen! Zum Einen war da eine Familie in Deutschland, die auf das kleine Knöpfchen wartete, zum Anderen hatten unsere beiden alten Hundedamen, besonders die arthrosekranke Conchi, große Probleme den neuen Familienzugang zu akzeptieren. Linda war auch kein großer Knöpfchenfan, aber für sie war es irgendwie OK und sie akzeptierte, dass Knöpfchen da war. Conchi hat sich in den 9 Wochen fast alle Haare ihrer beiden Vorderbeine abgenagt, und wirkte rundherum sehr nervös und angespannt in dieser Zeit.

Als dann der Tag näher rückte, wurde mir und uns immer trauriger ums Herz, und dann war der Tag gekommen, an dem wir Knöpfen auf den Weg nach Deutschland schicken mussten.

Knöpfchen und ich im Garten 

Nach einer nicht sehr entspannten Nachtruhe stand ich morgens wie gewohnt relativ zeitig auf, um wie immer mit Knöpfchen in den Garten zu gehen, damit sie ihr „Geschäft“ machen kann, und danach füttern und ein bisschen schmusen und spielen. Dann mit unseren alten Ladies Gassi gehen und füttern. Die Zeit verging und die Stunde des Abschieds rückte immer näher. Meine Frau und ich waren unruhig und traurig, kein schöner Tag!!

Knöpfchen in der Flugbox 

Dann war der Moment gekommen, das kleine Knöpfchen für die Reise fertig zu machen. Ich hatte die Aufgabe Knöpfchen dann in ihrer Box zur Finca Lucendum zu bringen, da es von dort aus zum Flughafen nach Alicante ging. Ralf von der Finca Lucendum hatte wieder mehrere Hunde dabei, die ein neues Zuhause in Deutschland gefunden hatten. So machte ich mich auf den Weg zu Ralf und Knöpfchen saß in ihrer Box auf meinem Beifahrersitz. Mir war ganz schwer ums Herz, ganz schwer!!! Auf der Finca Lucendum angekommen, sah ich Ralf schon, wie er dabei war, sein Auto zu beladen, und die Hunde, die dieses Mal mit nach Deutschland fliegen, im Auto unter zu bringen.

Ich wollte den Abschied ganz schnell machen, ich dachte das wäre das Beste für mich und auch für Knöpfchen. Und so war es dann auch. Ein letztes kurzes Streicheln und mir kamen schon fast die Tränen, noch ein kurzes „Tschüss und guten Flug“ zu Ralf, und weg war ich.

Das war das letzte Mal, dass ich Knöpfchen gesehen habe!

Machs gut Süsse... 

Inzwischen wissen wir, dass Knöpfchen gut in Deutschland gelandet ist, und nach zwei Tagen Eingewöhnungszeit bei ihrer neuen Familie, sich jetzt schon heimisch und wohl fühlt im Schwabenländle. Wir haben auch einen lockeren Kontakt zu der neuen Familie von Knöpfchen.

Das tröstet natürlich, trotzdem war die Zeit mit ihr sehr schön und unvergesslich. Wir wünschen Knöpfchen ein langes und glückliches Leben in ihrer neuen Familie. Unsere Grüße und die besten Wünsche gelten natürlich auch Knöpfchens neuem Frauchen und Herrchen, und der ganzen Familie. Sie haben einen tollen und sehr liebenswerten Hund an ihre Seite bekommen!

So und hier schließe ich meine Geschichte. Viele Leute werden vielleicht sagen – was für ne rührselige Geschichte, wie kann man so einen Aufstand wegen der Pflege eines kleinen Mülltonnenhundes machen. Ich hätte das vielleicht auch noch vor ein paar Wochen gedacht, und so einen Erlebnisbericht belächelt, aber jetzt kann ich jeden verstehen, der über solche Erfahrungen berichtet, darum hoffe ich und bin fast sicher, dass viele Leute diese Geschichte nicht belächeln!

Liebe Grüße an alle Hundefreunde

Torsten

Unser Lieblingsfoto - Und so werden wir das kleine Knöpfchen in Erinnerung behalten




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