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24 h Report



Es interessiert Sie wie eine Tierschützerin in Spanien lebt?
Dann lesen Sie einfach weiter...

Im Folgenden schildere ich Ihnen den Ablauf der letzten 24 Stunden:



Montag Abend, 20:30 Uhr
Nach 11 Stunden Büroarbeit ohne Mittagspause endlich Feierabend. Meine Hunde (und mein Mann) begrüßen mich freudig und ich wärme die Reste vom Vortag zum Abendessen auf.

21:00 Uhr
Ich habe einen Eintrag in meinem Gästebuch erhalten, er wird aber nicht angezeigt. Also versuche ich mit Hilfe meines Mannes das Problem zu lösen.

22:00 Uhr
E-Mails werden abgefragt und zum Teil noch beantwortet. Danach folgt eine halbe Stunde
Spiel- und Knuddelzeit mit meinen Hunden.

Montag Abend, 23:30 Uhr
Der Tag war anstrengend, ich lag bereits im Bett als mein Mann mir sagt, dass unsere Nachbarn ihm erzählt hätten, dass ihnen gerade ein Hund vors Auto gelaufen sei und sich noch zwei weitere Hunde auf der unbeleuchteten Strasse zwischen La Marina Dorf und der Urbanisation La Marina in der Nähe der Tankstelle befinden. Sie vermuten, dass es sich um die Wachhunde des großen nahegelegenen Grundstücks handelt, welches direkt an der Strasse liegt.

Noch während mein Mann mir davon berichtet, ziehe ich mich bereits wieder an, stecke haufenweise Leckerlies in alle verfügbaren Taschen und denke dabei auch an meine eigene Sicherheit. Ich informiere die zuständige Polizei und bitte um Mithilfe, da ich kaum alleine in dunkler Nacht 3 mir unbekannte Wachhunde einsammeln kann. An der beschriebenen Stelle angekommen sehe ich eine Telefonnummer am Zaun und tatsächlich erreiche ich den Eigentümer der Hunde und des Grundstücks, der sich ebenfalls gleich auf den Weg macht.

Bis zu seinem Ankommen gehen die beiden Polizisten und ich bereits zu Fuß die Suche an verschiedenen Stellen an, aber leider erfolglos und auch ohne Hinweis darauf, wo die Hunde ausgerissen sein könnten, denn es war kein Loch im Zaun zu finden.

Mittlerweile ist der Eigentümer angekommen und ruft nach seinen Hunden (2 deutsche und 2 belgische Schäferhunde). Es sind also 4 Hunde! Aber es ist weit und breit nichts zu sehen oder zu hören. Der Eigentümer macht sich im Auto auf den Weg und auch mein Mann fährt die Gegend in die andere Richtung ab. Nach einer Weile höre ich die Hupe des Autos meines Mannes und er sagt, dass zwei deutsche Schäferhunde ihm kurz gefolgt seien, dann aber wieder im dunklen Gebüsch verschwunden sind. Wir fahren zu der Stelle, wo er sie zuletzt gesehen hat u. ich bat den Halter über Handy ebenfalls dorthin zu kommen. Und tatsächlich, nach ein paar Mal
rufen kamen zwei Schäferhunde auf uns zugerannt. Der Halter gab ihnen ein paar meiner Leckerlies und brachte sie zurück aufs Grundstück. Ähnlich verlief dann auch die weitere erfolgreiche Suche nach den anderen beiden Hunden. Wir verabschieden die Polizei, besuchen zusammen mit dem dankbaren Halter nochmal die Ausreisser und verteilen Leckerlies.

Der Eigentümer, ein netter Spanier, geht gut mit seinen Tieren um, auch wenn die Haltungsbedingungen sicher nicht optimal sind. Aber er erzählt uns, dass er einen der beiden belgischen Schäferhunde erst vor Kurzem aus der Tötungsstation in Crevillente geholt hat u. er daher noch etwas ängstlich sei. Einen der anderen Schäferhunde hatte er als Welpe einem Nachbarn abgeschwatzt, weil der die Welpen so schlecht behandelt habe. Ich bin positiv überrascht, solche Aussagen von einem Spanier zu hören. Und es freut mich immer wieder, wenn ich erkennen kann, dass sich auch bei den Spaniern viel zum Positiven verändert, was die Haltung und die Einstellung Tieren gegenüber angeht.

mittlerweile ist es Dienstag, 1:30 Uhr
Glücklich über den Ausgang der Suchaktion kehren wir nach Hause zurück und sehen noch Licht bei den Nachbarn. Wir informieren sie kurz, dass wir alle Hunde unversehrt einfangen und aufs Grundstück zurückbringen konnten.

1:45 Uhr
Noch eine kleine Gassi-Runde mit den eigenen Hunden vor die Tür, ein kurzes Gespräch mit meinem Mann über die positiv verlaufene Aktion auf der Terrasse und ab ins Bett.

Dienstag morgen, 7:30 Uhr
Der Wecker klingelt und ich fühle mich noch ziemlich erschlagen. Aber die Arbeit wartet, also stehe ich auf, trinke Kaffee, gehe duschen, mache das Nötigste im Haus, knuddele meine Hunde und fahre zur Arbeit.

11:00 Uhr
Meine Chefin sieht aus dem Fenster und sagt mir, dass dort „schon wieder 2 Hunde ohne Leine und menschliche Begleitung“ auf der Strasse laufen. Schon wieder, weil ich erst letzte Woche versuchte, einen ca. 5 Monate jungen ausgesetzten, ängstlichen Labrador-Mischling anzufüttern, um ihn einfangen zu können und weil ich ihr morgens von der letzten Nacht erzählt habe. Ich gehe vor die Tür, aber die beiden Hunde machten sich schon auf den weiteren Weg.

12:30 Uhr
Uns sind im Büro die Tintenpatronen ausgegangen und ich fahre in die Einkaufszeile um Nachschub zu kaufen. Kaum aus dem Auto ausgestiegen, sehe ich wieder die beiden Hunde, die zuvor schon bei uns am Büro vorbeikamen. Der Animal-Welfare-Shop ist in der Nähe und ich frage die Verkäuferinnen, ob sie die Hunde kennen würden und wüssten, ob es sich um Streuner handele. Kaum das Gespräch angefangen, kam eine junge hier ansässige Italienerin
mit den beiden Hunden im Schlepptau in das Geschäft und erzählt, dass sie den kleinen Hund gerade leicht mit dem Auto erwischt hat. Die Verkäuferinnen versuchten erfolglos einen Mitarbeiter einer Tierschutzorganisation zu erreichen. Ich bitte mal wieder die Polizei um Hilfe, die dann auch den städtischen Tierschutzbeauftragten telefonisch erreichte. Da sich die junge Italienerin bereit erklärt, auf den Tierschutzbeauftragten zu warten, der sich dann der Hunde annehmen würde, nutze ich die Gelegenheit, schnellstmöglich wieder ins Büro zurück zu fahren.

14:30 Uhr
Das private Tierheim Finca Lucendum, für das ich mich persönlich engagiere, ruft an und teilt mit, dass die von der spanischen Tierschutzorganisation APADAC übernommene und gerade sterilisierte Hündin in die Tierklinik gebracht werden musste, weil die innere Naht aufgegangen sei und der Darm aus der Wunde quillt. Ein Schock! Angst um die Hündin namens Gitana macht sich breit und die Nachricht schlägt mir auf den Magen. Ich informiere die bisherige Pflegerin der anderen spanischen Tierschutzorganisation und wir hoffen alle gemeinsam, dass die geschwächte Hündin die erneute Narkose übersteht.

15:00 Uhr
Die Nachricht führt zu Konzentrationsschwäche und ich nutze die Gelegenheit, kurz nach Hause zu fahren und mit meinen Hunden einen Spaziergang zu machen, denn ich selbst komme viel zu selten dazu. Oft übernimmt die Gassi-Gänge mein Mann.

16:15 Uhr
Finca Lucendum teilt mir mit, dass Gitana die Narkose erneut gut überstanden hat, der Darm gerettet werden konnte, eine Drainage gelegt und die Wunde neu vernäht wurde. Auch die guten Nachrichten darf ich der Mitarbeiterin von APADAC telefonisch überbringen und der erlösende Seufzer am anderen Ende der Leitung war nicht zu überhören.

16:30 Uhr
Die Büroarbeit hat mich wieder. Schließlich ist das mein Hauptverdienst und ich bin darauf angewiesen, denn von meiner Arbeit als Hundepsychologin und Hundetrainerin alleine könnte ich leider (noch) nicht leben.

20:00 Uhr
Ich beende die Büroarbeit, fahre nach Hause, esse etwas, spiele ein paar Minuten mit meinen Hunden, setze mich an meinen privaten PC, beantworte einige Mails rund ums Thema Tierschutz und schreibe diesen Text und mittlerweile sind schon weit mehr als 24 Stunden vergangen.

Ich hoffe, dieser kleiner Auszug aus meinem Tagesablauf gibt Ihnen einen Einblick über meine Arbeit. Bei dieser Gelegenheit sei noch erwähnt, dass ich mir Mittwochs ab 15 Uhr und Samstags immer eine Büroauszeit gönne, damit ich Therapie- oder Trainingsstunden für Hund und Halter geben kann oder die Zeit für die Mitarbeit im Tierheim oder für den Tierschutz nutzen kann.

Außerdem möchte ich noch darauf hinweisen, dass wir für die deutsche Schäferhündin Gitana ein liebevolles zu Hause suchen. Weitere Infos und Bilder finden Sie unter der Rubrik Tiere suchen...

Aktuelles03/11/09

Gitana ist mittlerweile glücklich vermittelt !




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